Wohnheim Rufin, Oberwil Zug

Im Zusammenhang mit dem 2011 von unserem Architekturbüro gewonnenen Studienauftrag für preisgünstigen Wohnungsbau auf dem Areal Mülimatt wurden wir von der Stadt Zug beauftragt, in einer ortsbaulichen Studie den räumlichen Zusammenhang der neuen Wohnsiedlung mit verschiedenen Neubauvorhaben zu prüfen. Das neue Rufin Seeblick, ein Wohnheim für psychisch Beeinträchtigte, ist nun der erste realisierte Baustein dieses Bebauungskonzeptes, das vorsieht, diesem Quartier eine neue Mitte zu geben. Zwischen Altersheim Mülimatt, dem Rufin Seeblick und den neuen Wohnungsbauten soll ein gemeinsamer Freiraum entstehen der als kleiner Quartierplatz ausgebaut werden kann.

Der heutige Solitärbau zeigt sich als sechsgeschossiges, seitlich geknicktes Volumen. In den zwei unteren Geschossen stehen öffentliche Räume den Bewohnern und Besuchern zur Verfügung. Eine Freitreppe in einem doppelgeschossigen Raum erschliesst den Speisesaal und den Aufenthaltsbereich mit dem Empfang und einem Mehrzweckraum.
Die Bewohnerzimmer sind in Wohngruppen auf drei Geschossen verteilt und in drei Volumen organisiert, die in freier Geometrie zueinander stehen. Dadurch entstehen räumlich spannende, konisch zulaufende Erschliessungskorridore, die jeweils am Ende in einer Nische mit Sitzgelegenheiten und einem Aussichtsfenster enden. Das Thema der in drei Kuben zusammengefassten Bewohnerzimmer wurde aufgenommen und jedem Kubus einen wechselnden Farbton zugeordnet.

Gegen Aussen tritt das Haus mit seiner Putzfassade zurückhaltend auf, die Spitzen des sonst graugrünen Verputzes sind mit einer Silberbronzefarbe gestrichen, welche je nach Wetter- und Lichtstimmung unterschiedlich in Erscheinung tritt. Die hellen Stoffstoren verleihen dem Haus eine leichte, heitere Erscheinung.

Bauherrschaft:
Barmherzige Brüder von Maria-Hilf / Stiftung Phönix Zug

Auftragsart:
Studie 2013

Programm:
Wohnheim für psychisch Beeinträchtigte, mit 24 Bewohnerzimmer, aufgeteilt auf drei Wohngruppen, Küche und Speisesaal, Mehrzweckraum, Personalbereich

Planung/Realisierung:
2013-2015

Bausumme:
12 Mio (BKP 1-9)

Mitarbeit:
Pilar Cruz Palencia (Projektleitung), Mia Mechler, Fareyah Kaukab, Sandro Meier

Farbkonzept:
Annette Roserens Dipl. Farbgestalterin HF Zürich

Landschaftsarchitektur:
Benedikt Stähli Landschaftsarchitekt BSLA, Cham

TU & Baurealisation:
Anliker AG Generalunternehmung

Fotografien:
© Roger Frei Zürich